25. Dezember 2011
Frohe Weihnachten!
Ich wünsche all meinen LeserInnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
14. Dezember 2011
Sonne
Noch immer hat mich die Sehnsucht nach Sonne im Dezember eingeholt. Gerade bin ich dabei, die Bilder des letzten Urlaubs durchzusehen, und da fällt es mir ins Auge, dieses Bild, das ich mit Ihnen
heute, am dunklen, kalten, regnerischen und stürmischen Dezembertag teilen möchte:
Na, und gegen die Kälte um uns herum dann noch eines:
09. Dezember 2011
Auf dem Weg zum Verlag
So, mein Krimi für den nächsten Sommer ist jetzt auf dem Weg zum Gmeiner-Verlag. Im Vorfeld habe ich von der Programmleiterin längst Rückmeldung bekommen, aber jetzt hat sie das Gesamtmanuskript
erhalten, nachdem ich es zuerst selbst nochmals überarbeitet habe. Ich freue mich bereits auf die Lektoratsarbeit - und erst recht auf das Erscheinen des Krimis im Sommer
2012!
06. Dezember 2011
Nikolaustag
Liebe BesucherInnen, ich wünsche Ihnen einen wunderbaren
Nikolaustag. Ich selbst bin immer noch sehr froh darüber, dass der gesamte November und auch schon ein Teil des Dezember für den späten Herbst überraschend sonnig und hell gewesen sind, und ich
wünsche uns allen, dass wir im Winter noch mehr dieser hellen Tage erleben werden.
Ich möchte noch etwas berichten - von gestern. Ich hatte gestern Vormittag zwei Lesungstermine an der Erweiterten Realschule in Überherrn. Dort erwartete mich eine für mich ungewohnte Gruppe: Zur
Hälfte Franzosen, zur Hälfte Deutsche. Ich musste ein wenig auf meiner internen Festplatte kramen, um meine Französischkenntnisse hervorzuholen. Denn Sprechen ist wieder ein anderes Thema als
Schreiben.
Diese gemischten Gruppen von dreizehn- und vierzehnjährigen SchülerInnen waren ein sehr aufmerksames und auch kommunikatives Publikum (im positiven Sinne). Am Ende habe ich sogar etwas Neues gelernt, nämlich die französischen Bezeichnungen für die unterschiedlichen
Erzählperspektiven.
Die Schüler hatten sogar Plakate vorbereitet - über mich! So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Zu dumm, dass ich meine Fotokamera nicht mit hatte.
Ja, auch diese beide Lesungen waren wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Ich hoffe, dass ich noch die eine oder andere Illustration der SchülerInnen bekommen werde. Die werde ich Ihnen dann sehr
gerne präsentieren.
22. November 2011
ENDE
Gerade habe ich dieses Wort unter mein aktuelles Projekt geschrieben. Es ist natürlich die Rohfassung, die jetzt überarbeitet werden will, aber das ändert nichts daran. Ich habe wieder ein Buch
zu Ende geschrieben. Und Sie können es nächsten Sommer lesen. Ich freue mich.
15. November 2011
So ein Hundeleben - Heute mal ganz kleinlaut.
Guten Morgen an alle, die meinen Blog bisher verfolgt haben. Sie haben sicherlich mitbekommen, dass ich krank bin ... Heute muss ich mal etwas eingestehen, und ich mache das ganz kleinlaut.
Erinnern Sie sich an meine ersten Berichte, wo ich voller Stolz meine (französische) Vorliebe für Escargots ausbreitete? Und dann auch meine Sympathie für "eingelegte" Kerne verschiedener
Obstsorten?
Tja, was soll ich sagen, ich armes kleines Bullymädchen?
Es war ein Fehler, begangen in jugendlichem Leichtsinn. Wie habe ich immer den Kopf hochgereckt, um rasch alles zu schlucken, bevor mein Frauchen oder einer der Jungs mir meine wertvolle Beute
wieder abjagen konnte ... Hätte ich das doch bloß sein lassen!
Gut, dass ich durch diese Delikatessen tatsächlich Parasiten aufschnappen würde - trotz selbstverständlicher regelmäßiger Entwurmung - das hätte ich mir nicht träumen lassen ... Und dann auch
noch welche, die verhältnismäßig selten sind. Welche, die vom Fuchs übertragen werden können, die aber besonders gut auch an Schnecken haften, auch an Nagetierchen - und natürlich im Kot von
Meister Reinecke. Dass es in dieser Gegend reichlich Füchse gibt, ist nur allzu logisch. Schließlich sagen sich hier Fuchs und Hase gute Nacht. Es ist nämlich eine sehr schöne Gegend. Aber diese
putzigen Füchschen werden halt nicht entwurmt - im Gegensatz zu uns Hunden. Und mit Schnecken, Fröschen oder Mäusen macht sich auch keiner diese Mühe. Sie alle können Überträger des
Angiostrongylus vasorum sein, wie mein Frauchen inzwischen herausgefunden hat. Tja, und die habe ich erwischt, und zwar in reichhaltiger Fülle.
Nicht gut, glauben Sie mir. Gar nicht gut.
Außerdem haben sich natürlich auch ein paar Ankylostomiden in mir ein heimeliges Nestchen gebaut.
Hmmm. Jetzt habe ich gerade noch mal Glück gehabt. Da ich von meinen Unterwirten gar nichts spüren ließ, hat es eine ganze Weile gedauert, bis die Tierärzte herausfanden, was mich da eigentlich
plagte. Aber jetzt werde ich wieder gesund, man merkt es jeden Tag ein bisschen mehr.
Mein Frauchen hat beschlossen, mich notfalls mit äußerster Strenge von den heiß begehrten Häufchen fernzuhalten. Sie ist der Meinung, dass ein Hund, der die Worte "Leckerli", "Fresschen", "Sitz",
"Pfötchen", "Banane" und "Couch" eindeutig versteht, auch die schlichten, durch ihre Einsilbigkeit geradezu bestechenden Worte "Nein", "Aus" und "Pfui" zweifelsfrei verstehen kann.
Tja, da muss ich wohl noch ein wenig an mir arbeiten. Aber: Das kriege ich hin, ganz sicher.
Freundliche Grüße von Ihrer
Banou
13. November 2011
Eine Rezension, eine Rezension!
Auf der folgenden Seite einer Bücherfreundin findet ihr eine erste Rezension zu meinem neuen Kinderkrimi "Double crime/Doppeltes Verbrechen". Ich freue mich sehr darüber: sabrinas-buchwelt.blogspot.com/2011/10/rezension-angelika-lauriel-double-crime.html.
Banou ist übrigens auf einem raschen Weg der Besserung. Nachdem die Diagnose gestellt wurde, konnten wir auch die richtige
Behandlung einleiten. Die Kleine hat sich mit ihrem hemmungslosen "Alles fressen, was man finden kann, und am besten heimlich, damit Frauchen es nicht merkt" Lungen- und Hakenwürmer eingefangen.
Eine extrem unerfreuliche und auch gefährliche Angelegenheit, aber jetzt geht es ihr schon wieder viel besser. Die Bedeutung der Worte "Pfui" und "Nein" wird sie noch viel gründlicher lernen
müssen als bisher ...
06. November 2011
So ein Hundeleben - Kranke Kinder dürfen zu Mama ins Bett.
Kranke Hundekinder auch.
Hallo ihr Lieben, hier ist mal wieder Banou, Ihre kleine Französische Bulldogge. Mir geht es gerade nicht so gut, ich bin doch tatsächlich ernsthaft erkrankt. Nein, es hat nichts mit den
klassischen Schwierigkeiten zu tun, die man von anderen Bullys so kennt, glauben Sie mir. Aber ich bin halt nicht fit.
Nun ja, seit einiger Zeit habe ich schon beobachtet, dass die Jungs, wenn sie krank sind, auch mal bei Mama schlafen dürfen. Und da dachte ich mir, dass ich als kleines, krankes Hundekind das
sicher auch darf. Gestern nahm Frauchen mein Körbchen, das sonst immer in der Wohnung steht, mit hoch ins Schlafzimmer, und ich habe dann auch brav fast die ganze Nacht dort geschlafen, weil sie
mich abends hineingesetzt hat und mir ihre Hand zum Ankuscheln anbot. Außerdem liebe ich mein Körbchen und schlafe sonst sehr gerne und ganz freiwillig darin.
Aber morgens früh um sechs fiel mir die Sache mit den Jungs wieder ein, und deshalb beschloss ich, dass ich das auch darf. Habe mich auf der Decke in ihre Kniekehle gekuschelt, und so haben wir
einfach weitergeschlafen. Prima, klappt doch!
Drücken Sie mir bitte alle die Daumen, dass ich schnell wieder gesund werde.
Liebe Grüße von Banou!
01. November 2011
Kurzes Lamento
Hallo, hier spricht Banou. Mein Frauchen ist in letzter Zeit manchmal genervt. Sie geht sehr gerne mit mir spazieren, und gerne auch länger. Aber sie hat davon abgesehen keine Zeit für Small
talk. Sie möchte beim Spazierengehen einfach nicht nur rumstehen und Fragen beantworten. Sie denkt inzwischen darüber nach, Infozettelchen zu verteilen, mit der Überschrift FAQ. Dann könnte sie
jedes Mal, wenn wieder jemand begeistert stehen bleibt und schon erwartungsfroh meinem Frauchen (noch mehr mir) entgegenblickt, dem Menschen den Zettel in die Hand drücken mit den Worten: "Ich
sehe, Ihnen gefällt mein Hund. Bevor Sie mich ansprechen, lesen Sie doch einfach diesen Zettel durch. Wenn Sie danach noch Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an den Klub für
Französische Bulldoggen."
Auf den Zettel würde sie schreiben:
1. Ja, sie wird noch ein wenig größer und vor allem breiter.
2. Ja, sie ist noch ein Welpe, fünf Monate alt
3. Französische Bulldogge.
4. Stimmt *kicher* Ohren wie eine Fledermaus.
5. Nein, sie atmet völlig frei.
6. Ja, von einem Züchter in der Nähe von Dortmund.
7. Ja, eine Hündin.
8. Mehr Info bei www.dkfb.de
21. Oktober 2011
Funkstille?
Die Buchmesse ist vorbei, und ich habe viel zu tun. Das ist für mich eine erfreuliche Sache, aber für die Besucher meiner Homepage, die vielleicht auf einen neuen Bericht der Bulldogge Banou
warten oder die gerne mit erleben möchten, was sich schreibtechnisch bei mir so tut, weniger. Entschuldigen Sie bitte, dass ich mich derzeit weniger oft melde. Es ist tatsächlich ganz einfach so,
dass ich sehr viel Arbeit habe. Das aktuelle Projekt will geschrieben werden, weitere Projekte wollen entworfen, geplottet und angerissen werden. Mir geht es bei alledem sehr gut, aber Zeit wird
nach und nach zur Mangelware. Ich bin mir sicher, dass Sie mir das nachsehen.
Banou geht es sehr gut; sie wächst und gedeiht und lernt ständig dazu. Eine richtige kleine Persönlichkeit. Ich hätte mir keinen besseren Hund wünschen können. Meine ganze Familie denkt übrigens
genauso.
Eine kleine Überraschung kann ich Ihnen doch noch in Aussicht stellen: Im Advent wird es wieder einen Adventskalender geben, und zwar in Zusammenarbeit mit meinen beiden Freundinnen und
Kolleginnen Heike Schulz und Ilona Hanft. Die ersten Grundlagen sind angedacht. Es wird lustig und spannend, so viel ist klar, wenn auch sonst noch alles im Unklaren bleibt.
Noch eine Sache: Ich habe diese Woche zwei Lesungen in St. Wendel am Cusanus-Gymnasium gehalten, und sie haben mir riesigen Spaß gemacht. Die Siebener-SchülerInnen waren aufmerksam und
interessiert dabei. Es hat wirklich Freude gemacht, mit ihnen zu arbeiten. Mein Krimi "Double crime/Doppeltes Verbrechen" hatte damit seine Lesepremiere.
Hier noch ein aktuelles Bild von Banou:
12. Oktober 2011
Frankfurter Buchmesse
Heute hat sie ihre Tore geöffnet, morgen fahre ich auch wieder hin. Ich werde meine Freundin und Kollegin Heike Schulz treffen, außerdem Deana Zinßmeister, ebenfalls eine sehr liebe Kollegin, die
mir auch gerne mal als Vorbild dient ... Und ein paar geschäftliche Termine habe ich ebenfalls. Lektorinnen- und Agentinnengespräche über bestehende und zukünftige Projekte. Und last but not
least treffe ich morgen auf Mitglieder des Kinder- und Jugendbuchforums "Schreibwelt" und des Autorenforums "Montségur". Ich freue mich sehr darauf.
Unterdessen schreibe ich mit Feuereifer an meinem neuesten Projekt weiter, das stetig wächst. Skurril, schwarzhumorig und chaotisch. Macht einfach Spaß.
02. Oktober 2011
Autorentreffen - dieses Mal mit Hund
So ein Hundeleben
Also ehrlich, ich verstehe die Welt nicht mehr: Zum ersten Mal, seit ich in meinem neuen Rudel eingezogen bin, hat mein Frauchen mich auf eine lange Fahrt mitgenommen. In meinem Kennel war ich im
Kofferraum des kleinen Autos super untergebracht und machte mir auch keine großen Sorgen, wohin der Weg wohl führen würde. Mein Frauchen freute sich schon seit Wochen auf dieses Wochenende.
Und dann änderte sich meine gesamte Lebenserfahrung innerhalb von drei Tagen. Ich war so ... überwältigt? geschockt? entzückt? von dieser Gruppe, zu der Frauchen mich mitnahm, dass ich mich
einfach nur brav benahm. Ich schlief, wenn man es von mir erwartete, kaute auf meinen großen Knochen herum, ließ mich von vielen, vielen Menschen knuddeln und bellte nur ganze zwei Mal in drei
Tagen. Ein paar Leute haben mich sofort so sehr in ihr Herz geschlossen, dass sie gar nicht anders konnten, als mich zu knuddeln. Allen voran natürlich Heike Schulz, die sogar das Zimmer mit
Frauchen und mir teilte, und die ich glatt zum Ersatzfrauchen erkor. Dann war da aber auch eine junge Schriftstellerin, die mich am liebsten abgeknutscht hätte: Victoria Schlederer. Ich habe es
genossen und grüße sie vielmals von hier aus. Nicht zu vergessen Jueb alias Jürgen Bräunlein. Wenn ich nicht schon eine Famile hätte - bei ihm wäre ich sicher sofort aufgenommen worden, und ich
bin mir sicher, dass sein Mops sich bestens mit mir arrangieren würde. Aber ich lernte auch noch so viele andere, interessante Menschen kennen, dass ich sie leider gar nicht alle aufzählen kann.
Mir ging es jedenfalls gut bei all diesen Autoren, die auf ihre je eigene Art genauso schizo sind wie mein Frauchen. Ich glaube, ich würde sie alle gerne öfter sehen. Ich vermisse sie ein
bisschen.
Viele Grüße, Ihre Banou
PS: Erinnern Sie sich noch an meinen Blogbeitrag vom 12. September über die fleißigen Haushaltshelfer? In Oberursel habe ich Frauchen wieder einen Arbeitsgang abgenommen. Sie zog des Abends
erschöpft diese komischen, hässlichen Füßlinge aus, die sie den ganzen Tag getragen hatte. Wissen Sie eigentlich, WIE gut die für mich duften? Genau ... Als sie mir
mit strenger Stimme befahl, einen davon wieder herzugeben, musste sie entdecken, dass der Zweite
schon ... verduftet? verflogen? verschwunden? war. Am darauffolgenden Tag fand sie ihn dann wieder, im Park, tütete ihn ein - wie alle Hinterlassenschaften von festerer Substanz, die ich so von
mir zu geben pflege - und warf ihn lachend in den Müll. Sehen Sie: wieder ein Paar Socken weniger zu waschen.
Au revoir, Banou
29. September 2011
Keine Zeit, keine Zeit
Wenn weder Banou noch ich selbst hier etwas vermelden, dann deshalb, weil wir gerade einfach überhaupt keine Zeit haben! Ich schreibe wie eine Besessene an einer ganz neuen, unverhofft
aufgekreuzten Romanidee. Die muss schnell fertig werden. Und morgen geht es nach Oberursel zum großen Autorentreffen des Autorenforums Montsegur. Banou, meine kleine französische Bulldogge, kommt
mit. Wir werden Spaß haben.
Banou geht es bestens, ihren Geschwistern auch, wie ich letzte Woche erfahren durfte. Wenn sich meine Lage schreibtechnisch wieder entspannt, wird sie bestimmt wieder Gelegenheit haben, mir ihre
Anekdoten in die Tasten zu diktieren. Bis dahin gedulden Sie sich bitte ein bisschen.
Herzliche Grüße von Angelika Lauriel und von der unwiderstehlichen Banou.
Ein Foto ist das Mindeste, das ich Ihnen bieten kann;
Und dann habe ich ein Bild ihres Bruders Toni bekommen - hier ist es (Könnten Sie die beiden auseinander halten?):
19. September 2011
Zum Interview zu Radio Salü
Ich war im Radio ... in Saarbrücken bei Radio Salü, wo ich zu meinem neuen Krimi interviewt wurde. Ich bin sehr gespannt, ob es gelingt, meine Versprecher rauszuschneiden ... Wenn das Interview
als Podcast online gestellt wird, gebe ich selbverständlich Bescheid.
So ein Hundeleben - Indisponiert sein hat halt auch mal Folgen
Heute Morgen ist mir ein Missgeschick passiert. Im Auto. Genauer gesagt: im Kofferraum. Mein Frauchen hat dort eine
wasserdichte Unterlage und darauf ein riesiges, mehrfach zusammengelegtes Badetuch für mich bereit gelegt. Leider war ich so früh noch ein wenig indisponiert und spürte, wie mein Magen sich
entleeren wollte. Frauchen hat meine Signale beim Fahren leider nicht richtig gedeutet. Also tat ich, was ein guter Hund eben tut: Ich scharrte mit den Pfoten das Tuch samt Unterlage beiseite, um
nicht mein Nest zu beschmutzen, und übergab mich stattdessen auf den schwarzen Filzuntergrund im kleinen Kofferraum des kleinen Autos.
Mein Frauchen hat auch nicht mit mir geschimpft; sie sah ein, dass ich das einzig Richtige getan hatte und beseitigte den Schlammassel klaglos. Anschließend murmelte sie vor sich hin. Ich glaube,
ich habe sie zu einer weiteren Szene in ihrem fröhlich-chaotischen Roman inspiriert ...
Viele Grüße und bis bald,
Ihre Banou!
13. September 2011
Eine weitere Verlagszusage!
Heute ist es amtlich, mein Crossover-/Jugendroman wird im Frühjahr 2013 beim Verlag Schwarzkopf&Schwarzkopf erscheinen. Das ist ein noch relativ junger, sehr moderner Verlag mit höchst
interessantem Verlagsprogramm, in dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Ich hatte auf die Zusage sehr gehofft und freue mich nun entsprechend darüber, dass mein Wunsch sich erfüllt.
Es geht um den im Frühsommer geplotteten und geschriebenen Roman mit etwas schwermütigem, sehr tiefgreifendem Inhalt. Er ist romantisch, aber auch ein wenig düster, optimistisch und dabei
schmerzhaft. Mich hat das Schreiben sehr mitgenommen, und wenn er auf die Leser eine ähnlich starke Wirkung hat, dann bin ich glücklich.
12. September 2011
So ein Hundeleben - Fleißige Haushaltshelfer
Heute will ich Ihnen ein paar Kleinigkeiten aus dem Haushalt berichten. Das ist für Frauchen anscheinend ein nicht sehr ... erquickliches Thema. Sie liebt Hausarbeit gar nicht. Auf ihrer
Prioritätenliste kommt er gaanz weit unten. Trotzdem beschäftigt sie sich täglich damit. Tja, versteh einer die Frauen. Soweit, so gut.
Eines verstehe ich bei der ganzen Angelegenheit überhaupt nicht: Warum lässt sie sich nicht helfen? Ich würde ihr vieles ersparen, wenn sie mich nur ließe. Die Socken der Jungs - ich sorge dafür,
dass sie den Weg in die Waschmaschine nicht mehr finden - oder dass er sich einfach nicht mehr lohnt. Einen
Arbeitsgang gespart ...
Schuhe wegräumen? Schon erledigt. Das Suchen-Müssen ist ja keine Arbeit, sondern Spaß. Ich erhöhe also den Freizeitwert der
ganzen Familie.
Kehren, staubsaugen? Nicht nötig ... Ich kümmere mich schon um die Krümel.
Reste entsorgen? Mache ich seehr gerne. Wenn man mich denn lässt.
Aber was ich am aller-allerwenigsten verstehe: Diese komische Maschine in der Küche. Die, die nach und nach immer voller wird und mit jedem Öffnen verheißungsvoller duftet. Die mit der großen
Klappe, auf die ich bequem draufsteigen kann. Die, in der unten im Korb die Teller stehen, sodass ich mit der Zunge ganz genüsslich daran lecken kann. Sie wissen schon, die Maschine, die bei
Inbetriebnahme interessante, beruhigende Geräusche macht und hinterher alle köstlichen Düfte vertrieben hat. Ob Sie es glauben oder nicht: Mein Frauchen lässt mich nicht ran! Sie hat
irgendein komisches Wort benutzt. Die Spülmaschine wäre für mich ein Tagebuch, nein, das war es nicht. Ein Taschentuch, nein, das war es auch nicht. Jetzt weiß ich es wieder: ein TABU. Die
Spülmaschine ist für mich ein Tabu.
Pöh, als ob ich wüsste, was TABU bedeutet ...
Und a propos: Frauchen könnte sich diese Arbeit definitiv sparen. Ich würde das gesamte Geschirr für sie spülen - äh, sauberlecken. Blitzeblank.
Die positiven Nebeneffekte wären: Mehr Freizeit, weniger Arbeit, weniger Stress, Stromersparnis, ja sogar Verkauf der Maschine und damit monetärer Gewinn, und die Wasserersparnis wollen wir auch
nicht vergessen!
Aber nein, Frauchen bleibt dabei: Wenn ich mich der Spülmaschine nur auf fünf Zentimeter nähere, heißt es gleich "NEIN". Und dann "feiner Hund".
Mit verwunderten Grüßen,
Ihre Banou!
06. September 2011
So ein Hundeleben - Make it big
So, endlich hat sie es begriffen ... Ich bin, wie Sie inzwischen alle wissen, eine Französische Bulldogge. Als solche gehöre ich der Klasse der Feinschmecker an. Mein Magen verträgt nicht alles.
Ich will nur das Exclusivste. Wie zum Beispiel "escargots", aber nicht die frischen, noch schleimigen, nein, mir munden die angetrockneten, bräunlich-schwarz verfärbten Schnecken am besten. Dann,
wie an anderer Stelle schon erwähnt, verschmähe ich auch keine Gemüse-Äpfel, am liebsten frisch vom Pferd gefallen, noch dampfend. Auch eingelegte Obstkerne liebe ich sehr, da bin ich nicht mal
wählerisch. Ob sie nun vom Marder oder vom Fuchs stammen - das spielt keine Rolle.
Mein Frauchen regt sich darüber auf, sie sagt auch immer "Hör doch auf, sonst musst du kotzen." Tja, dann soll sie mir eben vergleichbare Delikatessen anbieten. Von meinem eigentlichen Futter
kriege ich ja nur einen Bruchteil dessen, was ich wirklich bräuchte. Immerhin hat sie mir schon ein paar andere Sachen angeboten - Dentalsticks (happs, weg), Kälberblase (kau, kau, kau, reiß ab,
happs, weg), sie ließ es auch zu, dass mir jemand winzige Stückchen Käse oder Lyoner gab. Außerdem ab und zu Hüttenkäse mit Eigelb. Dann auch mal ein Stöckchen - echtes, unbehandeltes Holz. Was
soll ich sagen: Außer dem Frischkäse mit Ei habe ich alles wieder retour gehen lassen, jedenfalls mehr oder weniger. Aber ich WILL DOCH KAUEN!!! Gestern gab ihr eine Freundin einen
guten Tipp: Kleine Hunde wollen auch groß sein. Gib ihr einen großen Knochen! Den kann sie nicht in einem Happs verschlingen. Das hat sie sich endlich zu Herzen genommen. Ich sitze jetzt völlig
gechillt unterm Schreibtisch, lasse den Stuhl links liegen und kaue stattdessen an einem richtig großen Kauknochen aus gepresster Büffelhaut. Alle sind zufrieden - Frauchen, ich und die
Verkäuferin vom Fressnapf ebenfalls.
Veuillez, messieurs, respecter mes sincères salutations!
Banou
02. September 2011
So ein Hundeleben - Bei uns sagt man dazu "indisponiert" ...
Ich hatte ein paar Tage Funkstille, aber das ist nicht meine Schuld, ehrlich nicht. Mein Frauchen steckt dahinter. Die schreibt manchmal lieber an ihren Romanen weiter, als sich um mich zu
kümmern. Unverschämtheit, oder? Zur Strafe lege ich immer den Kopf auf ihre Füße, dann kann sie nicht mehr so ohne Weiteres aufstehen, wann sie will. Das mache ich übrigens auch gerne, wenn sie
für die Familie kocht. Sobald sie an der Arbeitsfläche steht, schleiche ich mich an und - schwupps - lege ich den Kopf auf einen Fuß, um ein kleines Nickerchen zu machen.
Aber das wollte ich Ihnen heute gar nicht erzählen, sondern etwas ziemlich ... Unappetitliches, zumindest aus Sicht der Menschen. Vor ein paar Tagen war ich morgens indisponiert. Meine Menschen
sagten "Oh je, Banou kotzt!" Jetzt mal im Ernst, was ist DAS denn bitteschön für eine Ausdrucksweise?
Nun gut, ganz gleich, wie man es nennen will, ich war schon nach dem ersten Rausgehen indisponiert und tat das, wofür die Menschen dieses hässliche Wort benutzen, nach dem Frühstück. Unter der
Eckbank, auf der die Kiddies sitzen. Ich habe den Schlammassel sofort wieder beseitigt, das ist ja Ehrensache. Aber das fanden die dann gar nicht so gut und stießen Missfallensbekundungen aus.
Sie sorgten sich aber noch nicht weiter um mich und dachten, mit diesem einen Mal sei die Sache erledigt. Ich hatte tatsächlich recht schnell mein Frühstück verschlungen, sodass der Gedankengang
der Menschen sogar nachvollziehbar ist.
Aber dann wurde mir wieder so elend zumute, und kurz, nachdem die ersten Männer das Haus verlassen hatten, musste ich mich auf die gleiche, wenig elegante Art erleichtern, wie zuvor schon. Dieses
Mal vor der Badezimmertür. Frauchen ließ mich nicht mehr ran, sondern stiftete den jüngsten Sohn dazu an, mich von dem verführerisch duftenden Klecks fernzuhalten. Sie säuberte das Ganze
hektisch, sogar mit scharfem Reiniger, und ließ mich auch danach nicht mehr an der Stelle schnuppern.
Tja, was soll ich sagen? Es ging noch die Hälfte des Tages so weiter. Die Sorge von Frauchen wuchs, aber das hat sie nicht besser verdient ... Trotzdem schleppte sie mich nicht sofort zum
Tierarzt, weil sie von den drei Kindern schon einiges gewöhnt ist. Sie hatte auch Recht damit. Am Nachmittag beruhigte sich nämlich mein Magen wieder, und ich aß mit Genuss eine weichgekochte
Kartoffel, mit meinem Weichfutter vermischt. Davor hatte ich alles abgelehnt, was sie mir anbieten wollte: Tee? Cola mit Wasser? Eine gedrückte Kartoffel? Tee mit eingeweichtem
Trockenfutter?
"Pööh!", kann ich da nur sagen!
Dann ging das Rätselraten los. Woran lag meine Indisponiertheit?
Ich stelle Ihnen einige Möglichkeiten zur Diskussion: An den Häufchen anderer Kleintiere? An den dampfenden Pferdeäpfeln, die ich über alles liebe? (Ich bevorzuge eindeutig die frischen, grünen,
die vertrockneten nicht so sehr.) An dem Gras oder den diversen Blättern von Pflanzen? An den Zwetschgen, die ich am liebsten immer noch mitsamt Kern schlucke? An dem Stückchen vergammelten
Apfels? Oder vielleicht schlicht am Lecken von Frauchens Füßen auf nüchternen Magen?
Vielleicht ist auch eine Schnecke schuld daran. Mein Frauchen bemüht sich redlich, mich von all dem Genannten fernzuhalten und schafft es auch meistens, aber morgens in aller Frühe, wenn es noch
gar nicht richtig hell ist, dann trickse ich sie manchmal aus.
Und jetzt mal ganz unter uns: Ich bin Französin. Wer will sich da ernsthaft darüber wundern, dass ich Schnecken so liebe? Auf Französisch hört sich diese leckere Speise auch gleich viel
köstlicher an: Escargots.
Liebe Grüße und bis bald,
Ihre Banou, wieder topfit!
28. August 2011
So ein Hundeleben - Wie heißt das Zauberwort?
Ich habe schon mitgekriegt, dass meine Menschen ein bestimmtes Wort als "Zauberwort" bezeichnen. Die Eltern legen viel Wert darauf, dass man es benutzt, wenn man etwas haben möchte. Tja, zum
Glück kann ich ja nicht sprechen. Mir tun die Jungs ein bisschen leid. Ständig dieses "Bitte". Immerhin funktioniert es. Wenn die Jungs etwas Leckeres wollen, brauchen sie eigentlich nur "Bitte"
zu sagen. Oder wenn sie wollen, dass ihre Eltern etwas Bestimmtes für sie oder mit ihnen tun. Oder wenn sie etwas erlaubt haben wollen. Umgekehrt funktioniert das offenbar nur bedingt. Frauchen
hängt meist ein "Bitte" an, wenn sie etwas von den Jungs will. Trotzdem muss sie sich dann noch ein Gejammer anhören ...
Was hat das alles nun mit mir zu tun, werden Sie sich fragen. Ist doch sonnenklar: Bei mir funktioniert das Zauberwort IMMER. Egal, was ich mache, egal, wie tief ich schlafe, wo ich buddele,
wessen Hinterlassenschaft ich im Garten aufspüre. Das Zauberwort bewirkt, dass meine Ohren sich aufstellen und dass ich freudestrahlend angelaufen komme. Manchmal braucht Frauchen nicht mal das
Zauberwort zu verwenden. Es reicht völlig, wenn sie die Schale hochhebt und sich in der Küche an der Arbeitsplatte zu schaffen macht. Das Zauberwort hängt dann quasi unausgesprochen in der Luft.
Wie es heißt, wissen Sie sicher längst?
FRESSCHEN.
Viele Grüße,
Ihre Banou
23. August 2011
So ein Hundeleben - Erziehungsratgeber für Hunde
Ja, Sie lesen ganz richtig. Heute will ich mal meine Meinung zu Erziehungsratgebern loswerden. Und zwar zu solchen für Hunde. Es gibt ja alle Arten von Erziehungsratgebern - immer für die
Besitzer von Haustieren oder auch für Eltern von Kindern. Bestimmt schon mal gesehen, oder? Mein Frauchen liest auch gerne solche Ratgeber. Ich habe mir sagen lassen, dass sie das schon in der
Schwangerschaft getan hat - also in der mit ihrem ersten Menschenkind, nicht in der meiner Mutter mit mir (obwohl, wenn ich es recht bedenke, hat sie es da auch wieder gemacht, sonst hätte sie
noch mehr Fehler gemacht als so ...)
Okay, Frauchen hat also Erziehungsratgeber gelesen und sich eingebildet, damit sei sie bestens für mich gerüstet. Tja, falsch gedacht. Immerhin bin ich eine Französische Bulldogge. NATÜRLICH
stimmt all das Gute, das sie über mich denkt: Ich bin wunderschön, sehr anhänglich, verschmust, manchmal gerne ein Couchpotatoe und ein "An-den-Füßen-unterm-Schreibtisch-Schlaf"-Hund, und
trotzdem auch sehr gerne im Freien und agil und spielfreudig. Alles bestens also. Wie auch nicht, immerhin bin ich eine ... Sie wissen schon.
Zurück zu den Erziehungsratgebern. Frauchen hat sich vorher nicht klar gemacht, dass ICH höchstselbst die beste Erziehungsratgeberin bin, die sie sich denken kann - nämlich für Kinder. Mir
doch egal, wessen Schuhe da herumliegen, ich liebe sie alle. Habe sie sogar zum Fressen gern! Das Gleiche gilt natürlich für Socken. Je mehr, je lieber und je länger getragen, je lieber. Also,
gibt es eine bessere Methode, seine Kinder zum Auf- und Wegräumen zu erziehen ...? Ich sehe, wir verstehen uns!
Ich habe genau gespürt, dass Frauchen mir heimlich Bewunderung zollt, weil ich, die Kleinste im Haus, die Kinder dazu bewege, alles wegzuräumen, was keine Bekanntschaft mit meinen Milchzähnchen
machen soll. Somit sind wir mit den Erziehungsratgebern also fürs Erste mal durch.
Gestern waren wir bei einem Tierarzt. Kennen Sie Tierärzte? Ich kannte auch noch keinen, sondern nur eine Tierärztin. Ganz sicher bin ich nicht, aber das macht einen Unterschied. Na ja. Ich war
sowieso müde, und es war viel zu heiß. Außerdem war Frauchen ja dabei, und der große Junge, der mich von morgens bis abends abknutschen würde, wenn seine Mutter ihn ließe. Was ich damit sagen
will: Ich war ganz schön gechillt. Absolut gechillt. Habe fast gar nicht gezittert. Und habe den komischen Tierarzt alles machen lassen, was er wollte, ohne mit der Schulter zu zucken. Am Schluss
habe ich einfach meinen Kopf auf seine Hand gelegt und wäre beinahe eingeschlafen. Der hat sogar fast gelacht. Was ich damit sagen will: War okay, hat mir nichts ausgemacht, trotz Impfung.
Gefunden hat der Typ bei mir haufenweise Grasmilben, an den Füßen und Beinen. Und sogar über der Nase, das stelle man sich bloß mal vor! Diese Milben im Gesicht waren auch der Grund, weshalb mein
Frauchen unbedingt zum Tierarzt wollte, weil sie nicht sicher war, was das ist. (Nebenbei bemerkt: So viel zum Thema Erziehungsratgeber ...)
Am Schluss waren alle zufrieden, ich war immer noch müde - und nach der Impfung sogar noch ein bisschen mehr - und wir sind wieder nach Hause gefahren. Was ich bei der ganzen Chose nicht
mitgekriegt habe: Frauchen hat in der Praxis NOCH einen Erziehungsratgeber bekommen, einen, den eine Tierärztin und Tierpsychologin geschrieben hat.
Tja, was soll ich sagen - sie probiert ja alles gleich aus. Jetzt mache ich nicht nur VOR dem Fressen Sitz, sondern zwischendurch auch noch. Sie meint, dass damit meine Stellung im Rudel
klargestellt ist und ich nicht mehr austesten muss, ob ich die Chefin bin oder sie. Pöh, was soll's? Als ob mir das auch nur das Geringste ausmachen würde, in meiner Mahlzeit eine winzige Pause
einzulegen. Nee, echt nicht!
Tja, außerdem hat sie mir aber auch noch klargemacht, dass ich nur ein einziges Paar ihrer Schuhe zerkauen darf, nämlich die ältesten, stinkigsten Latschen, die sie trägt, wenn es so heiß ist.
Für mich ist das doch ein Kinderspiel. Sie sagt ganz leise "Nein", wenn ich an die anderen Schuhe gehe - und ich?
Nicht, was Sie jetzt denken ...
Ich bin hochintelligent: Ich lasse einfach die Finger, pardon, die Zähne davon. Was sie bei alledem nicht bedacht hat: Ich habe ja mit den alten Latschen sowieso die Filetstücke unter den Schuhen
abgesahnt.
Um aber den Kreis zu den Erziehungsratbegern für Kinder nochmal zu schließen ... Wenn Frauchen also jetzt alles richtig macht und ich auf sie höre (warum auch nicht - für mich lohnt es sich, weil
ich das einfach super finde, wenn sie sich so freut), tja, dann hat sie mich als Beistand in der Kindeserziehung verloren. Weil ich dann auch auf ein "Nein" höre, wenn ich gerade die Socken oder
Schuhe eines anderen Familienmitglieds dazwischen habe.
Womit ich dann doch die wahre Siegerin bin, oder???
Bis bald, Ihre Banou!
20. August 2011
So ein Hundeleben - Die Welt ist ungerecht
Darf ich mich vorstellen? Ich bin Banou, eine kleine Französische Bulldogge. Ich bin erst elf Wochen alt - aber eines habe ich schon begriffen: Die Welt ist ungerecht. Zuerst wachse ich in
völliger Harmonie mit meinen Geschwistern Bertha und Benno alias Tony in einem gemütlichen Zuhause auf, und meine Menschen sind wirklich nett. Vor allem den mit der dunkleren Stimme wickele ich
von Anfang an um den Finger. Aber das weiß der auch ... Und zeigt mir dann doch, wo's langgeht. Okay, das war also mein Start in's Leben. Alles gut soweit. Und dann? Von einem Tag auf den
anderen, ach was sage ich - von einer Sekunde auf die andere - gehöre ich einem neuen Rudel an. Einer Familie von fünf Personen. Neue Leute, neues Heim, neuer Ort, alles neu. Das soll mal ein
Hund begreifen!
Zum Glück mögen die mich alle sehr gerne. Manchmal vielleicht sogar zu gerne. Ich will nämlich noch gaanz viel schlafen. Na ja, wenigstens zwei von denen haben das auch kapiert, nämlich mein
neues Frauchen und mein Herrchen. Ich halte mich erst mal an sie. Die ist nämlich die meiste Zeit um mich herum. Die wickele ich um den kleinen Finger, das hat sie bloß noch nicht gemerkt.
Tja, eigentlich alles gut soweit, nicht?
Im Grunde schon. Aber da gibt es eine Sache, die ich so gar nicht begreife: Wenn ich - was bei Gott selten genug vorkommt - mal endlich was zu fressen bekomme, dann ist nach wenigen Sekunden
schon wieder Schluss! Ist das zu fassen? Mein Frauchen - die ich um den Finger wickele, Sie erinnern sich? - scheint in der Hinsicht keinen Spaß zu verstehen. Die lässt sich durch meine schwarzen
Murmelaugen einfach nicht erweichen, und selbst Winseln bringt da nichts.
Gut, das mache ich auch wirklich nur seehr selten. Aber was soll man da machen als kleiner, missverstandener Welpe? Es gibt nur
eine Lösung: Man sucht sich halt selbst was. Holz ist nicht schlecht, auch vergammeltes Obst im Garten, oder kleine Steinchen. Noch interessanter finde ich Marderkot oder den von einem Fuchs.
Bloß meine Menschen, die halten davon gar nichts. Dass ich die Stuhlbeine im Esszimmer nicht fressen darf, habe ich schon begriffen. Auch die Griffe am Wohnzimmerschrank sind tabu. Aber warum
raffen sie das Obst von der Wiese zusammen und verstecken es vor mir? Bloß, weil ich einen Zwetschgenkern ausgekotzt habe? Der war aber picobello sauber, und es war wirklich nur der eine Kern,
sonst nichts. Okay, das Stück Apfelschale war wohl auch zu groß, das kam mit.
Warum darf ich nicht die Hinterlassenschaften anderer Tiere
fressen? Was soll das bloß? Immerhin erlauben sie mir, auf meinen Spielzeugen herumzukauen. Aber davon wird man ja nicht satt. Womit ich wieder beim Ausgangsthema wäre. Die Welt ist ungerecht.
Würde mein Frauchen mir doch einfach die doppelte Ration Futter geben, dann würde ich garantiert nicht mehr an anderen Sachen herumnagen. Gaanz bestimmt nicht. Oder doch?
Übrigens: Ich lerne sehr schnell. Jetzt bin ich beinahe fast schon ganz stubenrein. Ehrlich.
Bis demnächst, Ihre Banou.
15. August 2011
So ein Hundeleben - und ein neues Projekt
Nun ist die erste Woche mit Hund vorbei. Vergangenen Sonntag holten wir unsere kleine Französische Bulldogge bei den Züchtern ab. Kaum zu glauben, wie sehr sich inzwischen schon alles eingespielt
hat! Die Züchter gaben uns Futter für zehn Tage mit, außerdem eine Welpendecke und eine Teddydecke für den Hund. Daneben hatten sie bereits die Welpenleine und eine Futterstation besorgt.
Wir hatten im Vorfeld einen Transportkorb gekauft, in den unsere Hündin noch eine Zeitlang hineinpassen wird, ich hatte zwei getragene, alte T-Shirts verknotet und hineingetan, damit Banou meinen
Geruch und den ihres neuen Herrchens von Anfang an mit dabei hat. Damit es nach "zu Hause" riecht, legten wir ihre Decke in den Kennel, und zwei angesabberte Welpenspielzeuge gingen ebenfalls mit
auf die lange Reise. Gundula und Robert statteten uns zudem mit dem "Pass" von Banou aus und mit vielen wichtigen Ratschlägen zum Futter, zum Impfen, Entwurmen usw. Zum Glück hat Gundi alles auf
eine zweiseitige Checkliste geschrieben, sodass ich immer wieder nachlesen kann, wann das Futter gewechselt werden soll oder wann der erste Tierarzttermin ansteht usw..
Unübersehbar schwer fiel den beiden Züchtern der Abschied von ihren Samtschnäuzchen, denn außer Banou ging auch der Rüde, den seine neuen Besitzer Toni rufen, auf Reise in sein zukünftiges Heim.
Ich bin indessen froh, dass Gundi und Robbi bereitwillig als Rat gebende Hebammen ihre Notrufhotline auf dem Brief eingetragen haben. Es ist ein gutes Gefühl, im Zweifelsfall einfach beim
Geburtshelfer und Bully-Fachmann nachzufragen.
Dann ging es also auf Fahrt. Banou wurde von allem getrennt, was sie seit ihrer Geburt kannte. Ich setzte mich in unserem Van hintenhin neben den Kennel, sodass ich jederzeit die Hand an das
Türchen legen konnte. Und tatsächlich: Banou kannte mich ja schon von unseren vorherigen Besuchen, und der Geruch und Geschmack meiner Hand tröstete sie offensichtlich. Sie winselte während der
Fahrt nicht, kötzelte allerdings ein Mal in ihr Stübchen. Na ja, eine so lange Reise verträgt auch nicht jeder problemlos. Als wir zuhause ankamen, blieb sie erst mal schüchtern in ihrer
schützenden Box. Wir trugen sie also mitsamt Häuschen in unsere Küche, ich wies die Kinder an, mich mit ihr allein zu lassen, und dann lockte ich die kleine Schwarze mit ihrem heiß geliebten
Welpenfutter auf meinen Fingern Stückchen für Stückchen nach draußen. Es war gut, dass sie meinen Geruch sehr schnell annahm und mich gleich als Adoptivmami akzeptierte. So gelang es uns, sie
ganz einfach in ihr neues Rudel einzugewöhnen. Dann kam auch schon die erste Nacht. Banou übernachtete in ihrem Kennel, wieder in meiner Reichweite. Und siehe da: Sie schlief einfach so von elf
bis sechs Uhr durch. Und dann erledigte sie sogar ihr erstes Geschäft schon im Freien.
Von Stubenreinheit kann man allerdings noch nicht wirklich reden. Wir haben ein Haus, dessen Ausmaße so einen kleinen Hund schon mal überfordern können. Die wichtigsten Anlaufstellen kennt Banou
inzwischen längst, aber die ersten Tage hat sie es noch nicht geschafft, eindeutig darauf hinzuweisen, wann sie ein Bedürfnis erfüllen muss. Immerhin hat sie sich aber Winkel und Ecken oder eine
Hundedecke bzw. - im günstigsten Fall - eine Fließunterlage als "Örtchen" ausgesucht. Statistisch gesehen, hat sie wohl an die sechs Mal Häufchen und vier Mal Pipi gemacht. Ich finde, dafür dass
sie erst zehn Wochen alt und seit exakt acht Tagen bei uns ist, ist das ein guter Schnitt. Sie macht ständig Fortschritte. Man darf auch nicht vergessen, wie interessant alles im Freien ist. Da
kann man eine drückende Blase schon mal vergessen vor lauter Schnuppern. Dass sich dann - wieder im Haus - das Pipi löst, ist eigentlich nur menschlich, oder?
Als wir Banou bekamen, war sie natürlich noch nicht an eine Leine gewöhnt, und das Halsband hasste sie wie die Pest. Unser mittlerer Sohn hatte sich, als er kleiner war, mal ein Geschirr für
seinen Stoffhund gekauft. Das kramte er hervor, und siehe da: wie gemacht für eine kleine Französische Bulldogge. Banou lässt es sich problemlos anziehen, und damit stört auch die Leine kaum
noch. Trotzdem musste sie an das Laufen an der Leine natürlich gewöhnt werden. Ach je, und dann auch noch die vielbefahrene Straße im Ort ... Als Banou die ersten Autos vorbeifahren sah und hörte
- von meinem Arm aus - zitterte sie am ganzen Leib. Ich trug sie also zuerst und setzte sie nur dort ab, wo es Gras oder Feldwege gab. Mit ständigem Loben brachte ich sie dazu, auf "Komm, Banou"
zu hören. Inzwischen läuft sie wie ein Profi "bei Fuß". Möglicherweise ist das nur Zufall, aber das ist mir völlig egal. Hauptsache, es klappt ;D. Banou kennt jetzt den Lärm von vorbeifahrenden
Autos und läuft an der Hauptstraße mit, ohne zu zittern und zusammenzuzucken. Sie zeigt auch, wenn ihre kleinen Beinchen zu müde werden, dann wird sie kurzerhand getragen. Aber sie ist eine agile
kleine Hundedame, die sich gerne im Freien aufhält, und auch wie ein geölter Blitz durch den Garten toben kann.
Dann kommt aber mindestens dreimal am Tag der Zeitpunkt der Ruhe: Die Dame ist müde und möchte bitte nicht mehr gestört werden. Sie wehrt sich zwar keineswegs, wenn sie geherzt und geknuddelt
wird (schließlich ist sie ein Bully), aber so richtig glücklich und zufrieden wirkt sie, wenn man sie einfach schlafen lässt. Wo, ist dabei nicht so wichtig. Auf dem Schoß eines Rudelmitglieds,
neben den Beinen auf der Couch, unter dem Schreibtisch auf dem eigens hingelegten Teppich - dabei gerne das Köpfchen auf dem Menschenfuß - oder bei den Mahlzeiten ihrer Menschen unterm Tisch,
inmitten all der Rudelfüße.
Eines hatte ich vorher ja schon gehört und gelesen: Bullys haben einen herzerweichenden Blick, wenn es um's Essen geht ...
Sobald Banou merkt, dass ich mich - oder auch mein Mann sich - in der Küche zu schaffen macht, ist sie da, macht Sitz und guckt und guckt und guckt. Hatte ich bereits erwähnt, was für Augen sie
hat? Glänzende, große, dunkelbraune, beinahe schwarze Knopfaugen. Der Ausruf meiner Kinder, Nichte und Neffen, sie sehe ja aus wie ein Steifftier, trifft ins Schwarze - und ebenso ihr Blick. Tja,
wäre ich nicht die Mutter dreier Söhne, die genauso blicken können, hätte sie vielleicht eine Chance. Besser ist es aber, dass sie diese Chance auf immer noch mehr bei mir nicht hat. Ich bin mir
nämlich ziemlich sicher, dass die Futterrationen, zu denen unsere Züchter uns geraten haben, genau richtig sind. So muss das Bullymädchen lernen, wie es ist, mit einer Jungsmama großzuwerden. Sie
nimmt es mir aber nicht übel. Wenn sie ihr Futter dann bekommt - vier Mal am Tag -, ist sie glücklich und zufrieden. Dass es nie reicht, brauche ich wahrscheinlich nicht eigens zu erwähnen. Wie
gut, dass die Verfressenheit der Bullys sprichwörtlich ist. Die kennt fast jeder ...
Banou ist schon ordentlich gewachsen, seit sie bei uns ist. Wir lieben sie sehr, und ich glaube behaupten zu können, dass sie sich rundum wohlfühlt.
Ob sie es sich abgewöhnen kann, an meinem Schreibtischstuhl zu nagen? Und an den Holzstühlen im Esszimmer, an den Türgriffen des Wohnzimmerschranks? Ob unsere Söhne lernen, diejenigen Schuhe, die
ihnen wirklich wichtig sind, aus ihrer Reichweite zu halten? Und ihre Hosen, die Spielsachen? *kicher*
Es ist kaum noch vorstellbar, wie unser Leben ohne Bully verlaufen ist, und dabei ist sie doch erst so kurz bei uns. Aber ich erinnere mich, dass es uns mit unseren Kindern genauso erging.
Familienmitglieder gehören einfach dazu, und sind sie erst mal da, dann weiß man, dass vorher eine Lücke bestand. Auch wenn man sie nie gespürt hat.
Ein neuer Roman
Trotz unseres Familienzuwachses, der mich auf Trab hält,
komme ich wieder dazu, an einem neuen Projekt zu schreiben. Es handelt sich um eine zweite Geschichte meiner chaotisch-witzigen Protagonistin Susanne, die im ersten Buch ja bereits ein heilloses
Chaos erlebt. Tja, sie wäre nicht Susanne, wenn plötzlich das Leben völlig gleichmäßig und ruhig weitergehen würde. Bereits beim Plotten sind mir die Ideen für die Fortführung ihrer Geschichte
nur so zugeflogen, und jetzt macht es mir große Freude, den witzigen Roman zu schreiben, besonders, da meine beiden letzten Projekte eher ein wenig schwermütig waren.
Jetzt beginnt auch bald das Lektorat an meinem bei Gmeiner erscheinenden Frauenroman über das chaotische Leben von Susanne, auf dessen Herauskommen im Juli 2012 ich mich schon sehr freue.
Und noch ein wichtiger Termin: Im September 2011 kommt der zweite deutsch-französische Kinderkrimi "Double crime/Doppeltes Verbrechen". Wie aufregend ...
06. August 2011
Ein Bericht für die Zeitschrift des DKFB:
Warten auf Banou – eine Geschichte übers
Hundekriegen
„Nein, einen Hund brauchen wir nicht, wir
haben ja schon unser Baby.“ Das war vor ungefähr acht Jahren die Antwort meiner – von mir bestens geimpften - Söhne auf die Frage von Bekannten, Verwandten oder auch ganz Fremden, ob wir zu den
drei Jungs nicht auch einen Hund haben wollten. Unser Jüngster war damals das Baby, und tatsächlich: Ich konnte mir vieles vorstellen, aber nicht auch noch einen Hund in diesem
Haushalt!
Die kleinen Buben wuchsen zu großen Jungs heran,
ich konnte mal wieder an andere Dinge denken als an Windeln, Spielkreis, Kindergarten. Aber einen Hund konnte ich mir noch immer nicht in unserem Haushalt vorstellen. Ich war viel zu froh, als
ich endlich meine Zeit zum Schreiben erkämpfen und mir eine feste Arbeitszeit zu eigen machen konnte. Der Lebensalltag spielte sich ein, ohne dass ich rund um die Uhr den Ruf „Mama“ hörte.
Irgendwie stand ein Hund auch gar nicht zur Debatte. So weit, so gut. Vor ein paar Jahren begannen aber dann alle vier Männer unseres Haushalts, sich näher für Hunde zu interessieren, und nun ist
es vielleicht zwei Jahre her, dass der Älteste der vier Männer, Michael, eine unerklärliche Vorliebe für Französische Bulldoggen entwickelte. Er suchte und fand alles, was man über diese
Hunderasse wissen möchte, im Internet, und selbst der Verein DKFB stand schon sehr früh fest – sollten wir wirklich jemals eine Französische Bulldogge bekommen. Die Söhne ließen sich von seiner
Begeisterung sofort anstecken. Ich hingegen reagierte mit einem kategorischen „Nein“. Wusste ich doch, dass ich als diejenige, die zu Hause arbeitet und im Großen und Ganzen für das leibliche
Wohl aller sorgt, das Gleiche auch für einen Hund machen müsste. Letzten Endes müsste ich die „Ansprechpartnerin“ Nummer eins sein, und vielleicht auch diejenige, die mit dem Hund täglich
rausgehen muss. Nein, ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Und dann ausgerechnet diese Rasse …
„Wir kriegen keinen Hund – und erst recht keine
Bulldogge, auch keine Französische. Wie kann man nur solche Hunde schön finden?“
Unnötig zu erwähnen, dass ich noch keine
Bekanntschaft mit einem Bully gemacht hatte, oder? Bilder sah ich mir nur flüchtig an, und weshalb sollte ich mich mit diesem Verein auseinandersetzen, wo doch feststand, dass ich keinen Hund
wollte? Überstimmen ließ ich mich in dieser Frage nicht, weil ich … s.o.
Meine Söhne wurden immer trauriger und versuchten
immer öfter, mich umzustimmen, aber sie bissen auf Granit. Nein, ein Hund passte nicht in unser (mein) Leben.
Irgendwann fragte mein Mann: „Und wenn ich mich am
Anfang darum kümmere, dass der Welpe nachts bei Bedarf raus kann?“
Hmm, da konnte ich ja doch mal darüber nachdenken.
Der Alltag mit den Jungs (inzwischen fast neun, elf und dreizehn Jahre alt), die drei verschiedene Schulen besuchen, und mit meinem Schreiben hat sich im Grunde ja eingespielt. So ein Hund wäre
ein weiteres Familienmitglied, mit allem, was dazu gehört. Plötzlich fiel die Entscheidung sehr schnell. Ja, ich bin bereit für einen Hund in unserem Leben. Welche Rasse? Na, das ist doch völlig
klar: ein Bully natürlich! Gibt es charmantere Wesen auf der Welt als Bullys? Das allerdings lernte ich dann wirklich bei unserem allerersten Besuch beim allerersten Züchter, den wir in Betracht
zogen: Gundula und Robert Cernutzan mit ihren Bullys vom Wildgehege. Wir lernten die beiden hinreißenden Hündinnen Curly Sue und Shanou und ihre wirklich netten menschlichen Lebensgefährten
kennen. Von dem Tag an war es so klar, wie es nur sein konnte: Wir wollten einen Bully, und zwar von diesem Züchterehepaar.
Curly und Shanou schlossen uns fünf sofort in ihr
Herz – und wir sie. Ich war von der einen auf die andere Sekunde zur Liebhaberin der Französischen Bulldogge geworden. Die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit, und so teilten Robbi und Gundi
uns mit, dass sie uns gerne einen Welpen aus dem nächsten geplanten Wurf überlassen würden. Das Frühjahr schritt voran, der Anruf kam – sogar schneller, als erwartet: Shanou ist trächtig! Wir
besuchten die werdende Hundemama, weil uns der Weg trotz der 350 km, die uns trennen, nicht zu weit war, und sahen, wie gut es die beiden Hündinnen hatten. Dem Verein sind wir beigetreten, über
das Halten von Bullys und über ihre Zucht haben wir sehr viel erfahren, gelesen und gelernt. Auch über das Leben mit Welpen haben wir uns informiert, natürlich.
Das Warten begann …
Dann war der zweite Juni da, und wir bekamen den
Anruf mit der freudigen Nachricht: Shanou hat drei wunderschöne Welpen, zwei Gestromte und eine Schecke. Einer der Welpen ist ein Rüde, die beiden anderen sind Hündinnen. Ich habe Gundulas Stimme
noch im Ohr: „Wir haben für euch eine kleine gestromte Hündin.“
Ich antwortete: „Ääh …“
„Ist das ein Problem?“ Ich hörte regelrecht, wie in
Gundulas Kopf die Alarmglocke läutete.
„Mein Mann wollte eigentlich lieber einen Rüden,
aber mir ist es im Grunde egal. Ursprünglich hatte ich mich eher auf eine Hündin gefreut.“
„Sag mir Bescheid, wenn dein Mann Bedenken
hat.“
Mein Mann war sofort mit der Hündin einverstanden.
Wir haben uns gefreut, die Züchter haben sich gefreut, und für Robert und Gundula begann nun eine aufregende und lebendige Zeit. Sie hatten sich ja um unsere süße kleine Hündin, ihre Geschwister
und deren Mama zu kümmern. Wie schade, dass wir so weit weg wohnen!
„Welchen Namen wollt ihr denn für euren Welpen
nehmen?“
Wir hatten uns vorher schon einen Namen für einen
Rüden ausgedacht – die Männer in der Familie gingen ja davon aus, dass wir männlichen Zuwachs bekommen. Ben sollte er heißen. Und eine Hündin? Vielleicht Bertha, wie in „Two and a Half Men“? An
diesem Abend saßen wir am Tisch und ließen „Bertha“ in unserem Ohr klingen. Und plötzlich waren wir uns einig, dass der Name gar nicht zu unserer Hündin passte. Die schwarz Gestromte war einfach
keine Bertha. Also dachten wir nach und dachten nach und dachten nach. Black Beauty? Blacky? Betty? Bellinda? Balu? Nichts davon stimmte. Unser ältester Sohn, Manuel, gerade vom Klassenausflug
nach England zurück, hatte die zündende Idee: „Ihre Mutter heißt doch Shanou. Warum setzen wir nicht einfach ein B davor statt des -Sh- und nennen sie Banou?“
Erst mal das Wort auf der Zunge zergehen lassen.
Banou … Banou … JA! Das ist der Name unserer Hündin. Fabian und Nicolas waren auch sofort einverstanden. Zuerst dachten wir noch, der Name habe keine eigene Bedeutung, sondern sei eben ein
erfundener Name, der einfach schön klingt. Natürlich kann ein Wort, das so schön klingt, nicht wirklich neu erfunden sein. Das existiert längst, und zwar im Persischen, dort ohne –o- geschrieben:
Banu. Und es bedeutet „erhabene Dame“, „Angesehene“, „Prinzessin“.
Nun bin ich mehr als gespannt, wie sich diese
kleine Dame in unserer ungleichgewichtigen Familienkonstellation einleben wird. Endlich habe ich – außer Oma – eine weitere Frau zur Seite. Oma ist übrigens gerne für Banou da, wenn von uns mal
niemand nach ihr schauen kann.
Aber zurück zur Zeit des Wartens. Im Saarland
fingen die Schulferien bereits im Juni an, und von da an stieg die Vorfreude auf die kleine Banou. Wir jauchzten begeistert auf bei jedem neuen Foto, das wir zu sehen bekamen, und als wir Banou
zum ersten Mal in die Hand nehmen durften, da war sie einfach schon eine von uns. Wir besuchten sie leider nur zwei Mal, aber Robert und Gundula hielten uns per Telefon oder Mail und mit Fotos
auf dem Laufenden über die Fortschritte der drei kleinen Racker. Alle drei sind wunderhübsche kleine Bullys geworden und kerngesund. Wie wunderbar!
In unserem Familienurlaub dachten wir jeden Tag
mindestens einmal an die kleine Dame, und zuhause riefen wir gleich wieder an, um zu hören, ob es ihr gutging. Mit unserer Vorfreude haben wir inzwischen auch die Verwandtschaft und unsere
Nachbarn angesteckt. Für mich ist indes klar: Zuerst geben wir ihr Zeit, sich bei uns einzugewöhnen und mit uns bekannt zu machen, genau so, wie mein Mann und ich es mit unseren Söhnen damals
auch taten, die ja erst mal in dieser Welt ganz ankommen mussten.
Und jetzt ist es soweit: Morgen holen wir sie ab.
Mir tut es für die Züchter und Shanou leid, dass sie sich von der kleinen Banou trennen müssen, aber unsere Freude darauf, sie mit zu uns zu nehmen und ihr ein schönes neues Heim zu bereiten,
überwiegt doch.
Über die erste Zeit mit einem Mini-Bully werde ich
gerne noch ein wenig erzählen, wenn die ersten Wochen vorbei sind. Ganz bestimmt wird Banou in einen meiner Romane Einzug halten. Eine aufregende Zeit liegt vor uns.
03. August 2011
30. Juli 2011
Ferienzeit
Im Saarland sind Sommerferien - deshalb komme ich momentan nicht dazu, viel zu arbeiten oder hier viel einzutragen. Bald lade ich ein paar wunderschöne Bilder von der Algarve für Sie hoch, und
dann wird es auch das eine oder andere Bild vom Hund geben.
Und selbstverständlich, wie immer, das Neueste über meine Bücher und mein Schreiben. So viel kann ich verraten: Das neueste Projekt ist bereits zu Ende geschrieben, und ich plotte gerade an einem
weiteren Erwachsenenroman. Im September erscheint aber zuerst einmmal der nächste deutsch-französische Kinderkrimi bei Langenscheidt. Ich wünsche allen Besuchern meiner Homepage einen tollen
Sommer - egal, wo und bei welchem Wetter!
04. Juli 2011
Foto vom Hund
Wie schnell sie größer werden und zulegen ... Jetzt ist unser Hundebaby schon einen Monat alt. Noch einen weiteren Monat, dann wird sie bei uns einziehen. Hier eines der aktuellen
Fotos:
28. Juni 2011
Riesenschritte - mal wieder
So oft habe ich schon darüber berichtet, wie meine Projekte mich in sich hineinziehen. Auch jetzt stecke ich gerade wieder in diesem Sog, der das Schreiben für mich Suchtcharakter annehmen lässt.
Das Projekt, das ich am 26. Mai zu schreiben begann, ist inzwischen, gut einen Monat später, bereits auf seinem Höhepunkt oder "Turning Point" angelangt. Ich bin jedes Mal auf's Neue überrascht,
wie schnell die Geschichten sich erzählen, wenn ich sie erst mal zu fassen bekommen habe. Schreiben ist für mich einfach der Traumberuf. Welche Sucht kann man sonst so gefahrlos ausleben?
16. Juni 2011
Gedanken zum Alltag Nr. 4:
Was ein Kellner niemals sagen sollte ...
Es gibt ein paar Dinge, die Kellner sich verkneifen sollten. Dazu gehört folgende Situation: Er kommt, um den Tisch abzuräumen und hebt Ihren leeren Teller an. Dazu folgende Bemerkung: "Ui, Sie
haben ja alles aufgegessen. Mein lieber Mann!"
Eine solche Bemerkung sollte sich der Kellner sparen, wenn die Kundin eine Frau ist und er Trinkgeld möchte ... .
12. Juni 2011
Aufnahme in den Bundesverband des Friedrich-Bödecker-Kreises
Vor ein paar Tagen erhielt ich die erfreuliche Nachricht, dass ich in das Autorenverzeichnis des FBK-Bundesverbandes aufgenommen werde. Darüber freue ich mich sehr. Also an alle Schulen der
Bundesländer: Ich reise auch gerne in andere Regionen, um aus meinen deutsch-französischen Kinderkrimis zu lesen.
Einfach lesen
Das hört sich so leicht an, und um die Wahrheit zu sagen, tue ich den lieben langen Tag hauptsächlich das: Lesen (wenn es möglich ist, da gibt es auch noch andere Dinge, die zu erledigen sind,
aber wem sage ich das?) Meistens lese ich, während ich schreibe. Das können an einem guten Tag bis zu sechzehn neue Manuskriptseiten sein. Gut, an solchen Tagen bin ich nicht mehr mit dem Alltag
kompatibel, dann komme ich wohl mehr auf einen Zombie raus, befürchte ich.
Dann lese ich, was ich schon geschrieben habe, beim Überarbeiten. Außerdem lese ich Mails und Forenbeiträge, abends lese ich auch noch Romane, manchmal Fachbücher. Aber in der Regel nicht mehr so
lange. Mein Lesestoff richtet sich oft nach dem, worüber ich selbst gerade schreibe. Einfach lesen kommt da inzwischen zu kurz, leider. Heute habe ich es mir aber gegönnt, ein neues Buch zu
beginnen, einfach weil es mich interessiert hat. "Himmlische Wunder" von Joanne Harris. Und was soll ich sagen - ich bin begeistert. Morgen ist ja noch ein Feiertag, da könnte ich doch glatt noch
ein paar Lesestunden herausschlagen. Wie schön das ist - einfach lesen.
09. Juni 2011
Ausnahmsweise etwas Privates ...
Wir werden einen Hund haben, und zwar eine Französische Bulldogge. Wirklich liebenswerte Zeitgenossen, das. Ich bitte, mir keine Info und Tipps zur Rasse zu schicken, wir sind bereits bestens
informiert. Aber ein Foto stelle ich für Sie ein, von unserem zukünftigen Familienmitglied. Es ist die kleine Schwarze, und sie heißt Banou. Goldig, oder?
01. Juni 2011
Und wieder ein neues Projekt ...
Seit Anfang letzter Woche sitze ich nun an einem neuen Projekt, für das ich schon vor langer Zeit die Grundidee hatte. Wieder neue Menschen kennenlernen - dieses Mal drei interessante
Achtzehnjährige und ihre Eltern. Wieder ihre Herkunft und Hintergründe ausleuchten, um dann die Geschichte freizulegen, die ich erzählen will. Dieser Roman, der sowohl für jugendliche Leserinnen
ab 14 als auch für Erwachsene geeignet sein soll, wird wieder eher zur Sparte "personengetrieben" gehören als zur Sparte "handlungsgetrieben". Was das bedeutet?
Nun, die ganze Geschichte entwickelt sich aus den Charakteren heraus, keine äußeren Umstände treiben sie voran, sondern allein Konflikte, Bedürfnisse, Sehnsüchte, Emotionen der Protagonisten. Schön wird's - ich bin schon wieder völlig gefangen.
31. Mai 2011
Lesung vor vierten Klassen der
Albert-Schweitzer-Schule
Gestern war ich bei der Albert-Schweitzer-Schule in Dudweiler (Saarland) zu Gast und durfte für die vierten Klassen lesen.
Auch dieses Mal hat es mich begeistert, dass die Viertklässler so bereitwillig mitgemacht haben - und dass sie wirklich gut mitgedacht haben! Diese Kinder wechseln ja bald an die weiterführenden
Schulen. Das hat man gemerkt. Ebenfalls bemerkt habe ich, dass eine sehr engagierte Schulleitung (Frau Franzreb) hinter allem steht. Schön für die Schule, für die Kinder, die Eltern und auch das
Lehrerkollegium. An dieser Schule wird auch der Französischunterricht intensiver betrieben als an den meisten anderen Grundschulen. Frau Mittelbach, eine französische Muttersprachlerin,
unterrichtet dort schon ab dem ersten Schuljahr. Ja, es hat mir wieder großen Spaß gemacht.
26. Mai 2011
Lesung vor achten Klassen
Heute hatte ich eine Lesung vor zwei Klassen des achten Schuljahrs am Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen (Saarland) ...
Hmm, warum ist es in dieser Altersklasse so viel schwieriger, die Leute zum Reden zu bringen? Übergroße Schüchternheit kann es eigentlich nicht sein. Schön war's trotzdem. Eine sehr schöne Schule
und nette Menschen. Und am Ende erhielt ich sogar noch einen Blumenstrauß. Ja, es hat wirklich Spaß gemacht.
24. Mai 2011
Neuer Zeitungsartikel
Heute erschien in der Saarbrücker Zeitung ein Artikel über mich und mein Schreiben. Sie finden ihn unter "Vita", dann dem Link
"Presse".
15. Mai 2011
Gedanken zum Alltag Nr 3. - aus dem Mund eines Kindes
Episoden aus dem Leben eines Achtjährigen:
-
Wir waren in Düsseldorf, und dort wollte ich zum ersten
Mal ein Altbier probieren. Unser Sohn meinte: "Was, ihr trinkt ein Altbier? Dann will ich aber auch ein altes Sprite."
-
"In der Kirche höre ich gerne den Geschichten zu. Nur
das Herumgebete, das finde ich voll langweilig."
-
"Ich habe in Schönkleben eine Eins!" (Seine Worte zur Bewertung seiner Erdkundemappe.)
14. Mai 2011
ENDE!
Gestern, inmitten eines Kindergeburtstags, konnte ich meinen Kinderkrimi zu Ende schreiben. Überraschend selbst für mich, denn
ich hätte nicht gedacht, dass ich es tatsächlich noch schaffe. Das hat nicht zuletzt dank eines schicken kleinen Helfers so gut geklappt - nämlich meines neuen Netbooks. Ach, wie schön, ein Teil
mitnehmen zu können, das nicht größer und nur wenig schwerer ist als ein altmodischer Papier-Notizblock. Der Vorteil: Ich kann mit einer Tastatur viel, viel schneller schreiben als von Hand, und
ich habe es dann gleich am richtigen Ort abgelegt. Ja, die moderne Technik ist einfach großartig.
Nun überarbeite und kürze ich den Krimi noch, dann wird er von ein paar Testlesern gelesen, dann kommt er erst mal in die virtuelle Schublade, bis meine Lektorin ihn braucht. Das bedeutet: Schon
in der nächsten Woche kann ich mit einem ganz neuen Projekt beginnen, das schon einige Monate unter meiner Oberfläche gärt. Ich plane erstmal die Geschichte durch, tausche mich darüber mit meinen
beiden Schreibschwestern Heike und Ilona aus - und wenn ich denke, dass es passt, kriegt meine Agentin meine Pläne zu hören und zu lesen. Danach entwickele ich die Personen (oder davor oder
gleichzeitig, das wird sich zeigen), und dann kann es losgehen. Ich freue mich schon sehr darauf!
10. Mai 2011
Es geht voran!
Ach, wie schön. Heute Vormittag habe ich wieder ein richtig gutes Pensum geschafft. Siebeneinhalb funkelnagelneue
Manuskriptseiten in meinem aktuellen Kinderkrimi. Eine Herausforderung besteht für mich dieses Mal vor allem darin, die richtigen Worte zu finden. Es geht nämlich um fieses Mobbing und ums
Internet und um Straftaten, die mitunter böse Schimpfwörter beinhalten. Für LeserInnen ab zehn Jahren soll es aber natürlich so zu lesen sein, dass sie nicht verstört werden. Manchmal eine ganz
schöne Gratwanderung ... Spannend, wirklich spannend.
04. Mai 2011
Lesung an der Gesamtschule Gersheim
Gestern las ich für die Französischgruppe des siebten Schuljahres der Gesamtschule Gersheim. Wie bisher jedes Mal, war ich
auch gestern wieder sehr froh über das Interesse und die Mitarbeit der SchülerInnen. An dieser Schule hat mich das besonders starke Engagement der Schulleitung (Frau Barbara Baumgart und Frau
Gaby Dippel) für die Leseförderung beeindruckt - und überhaupt empfand ich die Atmosphäre an der Schule als sehr positiv ... Wobei ich das bisher von allen Schulen behaupten kann, die mich für
Lesungen gebucht haben. Wahrscheinlich versteht sich das von selbst: Wo LehrerInnen und DirektorInnen sich für Autoren und deren Werke wirklich interessieren und wo es ihnen sehr am Herzen liegt,
in ihren SchülerInnen echtes Interesse für Bücher zu wecken - da kann eine Autorin sich ja nur willkommen und wohl fühlen.
Gestern begleitete mich die Dame des saarländischen Bödeckerkreises, Frau Baumbauer. Auch ihre Bekanntschaft zu machen, war eine sehr angenehme Erfahrung. Wirklich eine ganz wunderbare
Zusammenarbeit zwischen Schule, Bödeckerkreis und Autorin! Ich bin begeistert. Und möchte an dieser Stelle die SchülerInnen sehr herzlich nochmals grüßen, die mir gestern zugehört haben -
besonders Dennis und Emma ... .
Wirklich, ein rundum gelungener Vormittag.
Und hier gibt es einen Lesungsbericht auf der Homepage der Schule: www.gesamtschule-gersheim.de/
Aus dem Nähkästchen der Autorin:
In meinem aktuellen Projekt, dem nächsten Kinderkrimi für Langenscheidt, geht es um einen für mich eher - wie soll ich sagen? - mystischen Sport, nämlich das Kitesurfen. Ich habe mich natürlich
gründlichst kundig gemacht, die richtigen Begriffe gesucht und gefunden, mir viele, viele Tutorial-Videos angeschaut. Vom Ansehen kannte ich es auch schon aus der Bretagne (dort wird mein dritter
LS-Krimi spielen). Natürlich habe ich, um mich abzusichern, nach einem Fachmann gesucht und einen gefunden. Jörg Volenec vom f.one proshop Hamburg www.fone-pro-shop.de/index.php hat mir einige Manuskriptseiten, in denen es genau um dieses Thema geht, gegengelesen und mir wertvolle Korrekturen dazu gegeben.
Vielen Dank von hier aus an Jörg!
29. April 2011
Übersetzen!
Wie schön: In den letzten paar Wochen bin ich meinem eigentlich erlernten Beruf nachgegangen, dem Übersetzen. Durch Zufall
erhielt ich zwei interessante, aber auch sehr anspruchsvolle Übersetzungsaufträge, die mir viel Spaß gemacht haben. Ja, das Übersetzen ist ebenfalls sehr reizvoll.
Ui, eine neue Rezension des Bunkerkrimis, die mir super gefällt, in Annas Welt der Bücher: http://annareinke.blogspot.com/
Bitte ein wenig scrollen!
20. April 2011
Man findet's schon im Internet!
Ach, wieder dieses wunderbare Gefühl: Mein nächstes Buch ist (per Titel) schon im Internet zu finden!!! Gibt man "Crime double/Doppeltes Verbrechen" bei einer Suchmaschine ein, so landet man
bereits auf einigen gängigen Buchhandelsportalen. Zwar noch ohne Titelbild und ohne Klappentext - aber immerhin. Ich freue mich sehr.
Und für meine lieben Besucher hier der offizielle Ankündigungstext:
Der zwölfjährige Élia und seine Schulfreundin Lora stehen vor einem Rätsel: Was geschieht mit den vermissten Haustieren einer
kleinen Stadt an der französisch-deutschen Grenze? Als sie herausfinden, wer und was dahinter steckt, kommen sie einem schlimmen Verbrechen auf die Spur und geraten in ernsthafte
Gefahr.
Außerdem freue ich mich sehr über eine positive Rezension in der Medienliste "Französisch für die Vor- und
Grundschule" von Borro-Medien zu meinem Bunkerkrimi. Hier zu finden (ein wenig nach unten scrollen): www.medienprofile.de/images/uploads/literaturlisten_pdf/franzoesisch_100629.pdf
15. April 2011
Neustart
Nach dem Beenden meines Erwachsenenmanuskripts habe ich das Ganze nochmal überarbeitet - nun ist es erst mal auf dem Weg zu meiner Agentin, dann wird es an einen Verlag gehen, der Interesse daran
bekundet hat.
Also, auf zu neuen Ufern. Gestern habe ich mich mit dem Plot, dem Kapitelplan und der Charakterstudie meines nächsten deutsch-französischen Kinderkrimis auseinandergesetzt. Ich freue mich, dass
ich schon so gründlich vorgearbeitet hatte. Denn auch jetzt noch erscheint mir der Plot rund und spannend, die Personen sind mir wieder ganz nahe gerückt ... also fange ich doch einfach an. Ich
lese zuerst die beiden Kapitel, die ich bereits im letzten Sommer geschrieben hatte, und dann kann es weitergehen.
Dieses Mal wird ein anderes Ermittlerpaar ein ziemlich fieses Verbrechen aufdecken und Schlimmeres vermeiden, nämlich der zwölfjährige Noah und seine entfernte Verwandte Ségolène. Ihr dürft
gespannt sein.
09. April 2011
ENDE
Dieses schöne Wort durfte ich vorgestern unter mein Manuskript schreiben. Plötzlich, sogar für mich ein bisschen überraschend, ist der Roman zu Ende erzählt. Ein seltsames, aber auch befreiendes
Gefühl. Jetzt bin ich bereit für ein neues Projekt. Mir schwebt da ja schon ganz genau vor, was ich als nächstes schreiben möchte: meinen dritten zweisprachigen Kinderkrimi. Der ist bereits
geplottet, die ersten Seiten sind geschrieben, also kann ich nach kurzer Umstellung einfach mitten hineinspringen. Dieses Mal werden andere Protagonisten einen Fall zu lösen haben, nicht mehr Éli
und Lora.
Erfreulicherweise habe ich zum zweiten Krimi mit Éli und Lora derzeit die "Umbruch"-Datei auf dem Rechner und lese sie gegen. Ich kann jetzt also abgesehen von den Illustrationen bereits ziemlich
genau sehen, wie der zweite Krimi aus meiner Feder aussehen wird. Ich freue mich darauf. Und im Herbst ist es soweit, dann erscheint er.
06. April 2011
Ein altes saarländisches Wort
Tja, da muss man über vierzig Jahre alt werden, um ein Wort kennenzulernen, das man - jedenfalls in dieser Verwendung - noch nie gehört hat. Ich freue mich darüber, wenn so etwas geschieht.
Mein Vater erzählte von einer gegrillten Gänsebrust in der Aluschale: "Die Kruste war karoförmig eingeritzt, sodass alles rausbacken konnte. Und tatsächlich - in der Schale stand bestimmt ein
Zentimeter hoch Olig."
Witzig, oder? Man weiß sofort, was er damit meint, nämlich das geschmolzene Fett. Olig ist natürlich eigentlich eine andere Bezeichnung für Öl (woher die stammt - sehen Sie es mir nach, wenn ich
das jetzt nicht für uns herausfinde, es hat keine Priorität für mich), aber es scheint schlüssig, das Wort auch so zu verwenden, wenn auch nicht korrekt.
01. April 2011
Unwort des Tages
Seit gestern spukt mir ein Wort im Kopf herum, das ich irgendwie so völlig daneben finde ... Im Zusammenhang mit den Banken genauso wie mit alten deutschen Atomkraftwerken fällt dauernd der
Begriff "Stresstest". Was genau hat man darunter zu verstehen, ist das ein neuer Trend, so wie TQM? Plötzlich wird alles einem Stresstest unterzogen. Ist das wirklich nötig? Wissen wir nicht
ohnehin, was da im Argen liegt?
Ich verstehe nicht so ganz, was das soll, aber eine Assoziation stellt sich bei "Stresstest" ein: Vor Jahren hatte ich mal einen "Wehenbelastungstest" - ich glaube, da passt das Wort Stresstest
auch sehr gut. Der Säugling in meinem Bauch wurde Stress ausgesetzt - ziemlich heftigem Stress. Ich übrigens auch, wie man sich vielleicht denken kann. Der Test führte damals dazu, dass plötzlich
die Geburt einsetzte. Leider zog sie sich dann doch noch 25 Stunden hin, nachdem der Test bereits ca. vier Stunden gelaufen war. Nich schön.
Ob es ohne diesen Stresstest am Ende besser gelaufen wäre? Mit ein bisschen weniger Stress zum Beispiel?
Ob das jetzt was mit den aktuellen Stresstests zu tun hat? Wahrscheinlich nicht. Aber irgendwie hat das Wort für mich eine negative Konnotation, obwohl es, so denke ich mal, noch recht neu
ist.
31. März 2011
Gedanken zum Alltag Nr. 2 - Sprachverwirrungen
Eine kleine Episode aus Bayern, so erlebt von meiner Schwester. In einem Supermarkt sind die italienischen Kartoffelklößchen im Angebot ...
Ein kleiner Aussprachelehrgang vorweg:
Gnocchi - ein wunderschönes italienisches Wort. Die Schreibweise legt - anders als bei vielen Wörtern im Deutschen oder im Englischen - im Italienischen ganz exakt fest, WIE dieses Wort
ausgesprochen wird:
g gefolgt von einem n -> Das wird ausgesprochen wie der Mittelteil im Wort Cognac. Lässt sich mit unseren normalen Buchstaben nur schwer in Lautschrift übersetzen, aber Sie wissen ja sicher
alle, wie man Cognac ausspricht. Der mittlere Teil, das "gn" klingt ganz genau so wie das "Gn" am Anfang von Gnocchi. Vielleicht so zu übersetzen: "nj".
Dann haben wir die Buchstabenfolge "cch". Ein h hinter einem c zeigt im Italienischen IMMER an, dass das c "hart" ausgesprochen wird, also wie ein deutsches k. Folgt hinter dem c kein h, so wird
es weich ausgesprochen (als tsch). Zwei c mit einem h werden wie ck ausgesprochen.
Daraus folgt für alle, die es sich vielleicht sogar einprägen wollen - und mit der Garantie, dass es so stimmt: Gnocchi wird "Njocki" ausgesprochen. Defintiv. Am besten drei Mal laut wiederholen:
Njocki, Njocki, Njocki. Jeder italienische Kellner wird es Ihnen danken.
OKAY. Meine Schwester war auch schon des Öfteren in Italien, hat auch schon ein wenig Italienisch gelernt und außerdem eine klugscheißerische Schwester, die mitsamt ihrem Mann eine Weile in der
Toskana gelebt hat und manchmal wirklich Korinthen k...t.
Meine Schwester weiß also, wie man das Wort ausspricht und verwendet es auch so.
Im Supermarkt konnte sie die Gnocchi nicht finden, also fragt sie eine Verkäuferin: "Entschuldigen Sie, können Sie mir sagen, wo die Njocki sind?"
Die Verkäuferin: "HÄ?" Ihr Blick signalisiert absolutes Unverständnis.
Meine Schwester: "Ääh ... Die Knotschies, wissen Sie, wo ich die Knotschies finde?"
Die Verkäuferin (aufstrahlend): "Knotschies meinen Sie? Ja, klar, die sind ..."
Das erinnert mich dann auch gleich an ein Erlebnis, das ich im Badenwürttembergischen hatte: Im Supermarkt fragte mich eine Frau: "Wissetsi wusmälisch?" Ich dachte "HÄ?", kam dann aber doch
innerhalb einiger Sekunden dahinter, was sie wissen wollte. "Wissen Sie, wo das Mehl ist?" Ich konnte es ihr sagen.
27. März 2011
Verlag für meinen Chicklit-Roman
Ganz neu: Für meinen fröhlich-frischen Frauenroman, den ich letzten Sommer geschrieben habe, habe ich jetzt eine Verlagszusage erhalten. Im Juli 2012 wird er bei Gmeiner erscheinen. Ich freue
mich sehr darüber, umso mehr, als dieser Verlag in der schreibenden Zunft einen sehr guten Ruf genießt!
22. März 2011
Im Labyrinth der Fugger
Vergangenen Donnerstag, am 17. März, reiste ich nach Bayern. Anlass der Reise war die Premierenlesung meiner lieben Kollegin Rebecca Abe aus ihrem historischen Roman "Im Labyrinth der Fugger".
Ganz zu Beginn hatte ich das Entstehen des Romans ein wenig mit verfolgen dürfen, und schon das Lesen weniger Seiten im Manuskript hat mich damals "umgehauen". Deshalb wollte ich unheimlich gerne
bei der ersten Lesung mit dabei sein. Außerdem habe ich ja eine Schwester in Bayern, also verband ich das Angenehme mit dem Angenehmen und habe ein schönes Wochenende verbracht.
Die Lesung fand in Augsburg statt. Hmm, dürfte ja kein Problem sein ... Navigationssystem, gesunder Menschenverstand, Adresse bekannt. Dachte ich mir. Und fand es nicht weiter schlimm, dass ich
im Vorfeld nicht mehr dazu kam, mir auf irgendeiner Karte Augsburgs Innenstadt mal anzuschauen. Der Navigon warnte mich vor, dass das Ziel in einer beschränkt zugänglichen Zone liege.
Meine Schwester begleitete mich. Frohen Mutes brachen wir aus Richtung Pfaffenhofen/Ilm einen Tick später auf, als beabsichtigt. Macht ja nix, der Navigon führte uns schnurstracks in die
Augsburger Innenstadt. Da gab es einige Einbahnstraßen und einige Straßenschilder, die man nicht sehen konnte, es wurde ja auch bereits dunkel ... Wir hielten an, um eine Passantin nach dem Weg
zu fragen. Sie zeigte in eine ganz andere Richtung, und wir müssten so und so und so fahren, um dorthin zu kommen. Äääh ... Zunächst kamen wir erst mal an einer großen, breiten Straße heraus, auf
der Schienen für eine Stadtbahn verlegt waren, und an deren beiden Seiten haufenweise Autos geparkt standen. Dann ging die Straße in eine Fußgängerzone über. Viele große Häuser an beiden Seiten.
Leider kein Hinweis, in welcher Straße wir uns befanden.
Wir fragten noch zwei Mal Passanten nach dem Weg zum Fuggerhaus bzw. den Fuggerhäusern, und jedes Mal wurde uns grob die Richtung gezeigt und ein ziemlich umständlicher Weg dorthin beschrieben.
Ich muss gestehen, dass mein Hirn ab dem zweiten "links, dann rechts" die beiden Worte nicht mehr abspeichert. Außerdem stimmte das alles irgendwie nicht mit den Angaben des Navigon überein. Also
eine Ehrenrunde, auch eine zweite, und dann führte uns das Labyrinth doch wieder an diese große, breite Straße. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Maximilianstraße hier irgendwo sein müsse, dass
es am besten sei, das Auto abzustellen und zu Fuß weiterzusuchen. Ich musste noch zwei Mal die Straße hinauf- und hinabfahren, da ich beim ersten Mal den freien Parkplatz vor einer Buchhandlung
nicht früh genug als solchen erkannte. Schließlich, gegen 18 h 58 (die Lesung begann um 19 h), stiegen wir aus und liefen zu einem Mann, der eben in ein Lokal eintreten wollten. Ihn fragte meine
Schwester: "Können Sie uns sagen, wo das Fuggerhaus ist?"
"Wie meinen Sie das jetzt?" Sein Gesicht wirkte recht unfreundlich, gerade so, als hätten wir ihn etwas Unverschämtes gefragt.
Ich: "Oder Fuggerhäuser. Dort drinnen soll eine Buchhandlung sein, in der heute eine Lesung stattfindet."
Er grinste und wies mit der Hand hinter uns, auf die andere Straßenseite. "Ja, das ist hier, genau hinter Ihnen."
So kapierte ich endlich, dass ich schon beim allerersten Mal richtig gewesen war und dass der Parkplatz direkt vorm Ort des Geschehens schon "auf uns gewartet" hatte.
Die Lesung war wunderbar, wir brauchten nicht lange zu warten, bis es losging.
Die Stellen, die Rebecca Abe vorlas, machen Lust auf mehr.
Ganz besonders möchte ich mich bei Rebecca für die nette Widmung im Buch bedanken!
03. März 2011
Lesung vor den vierten Klassen
Gestern hielt ich eine Autorenlesung vor zwei vierten Klassen in der Grundschule Heusweiler. Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Ganz besonders gefreut habe ich mich über die große
Aufmerksamkeit der Schüler, über ihre interessierten und interessanten Fragen und ihr Mit-Denken.
18. Februar
2011
Gedanken zum Alltag Nr. 1
Ich glaube, ich eröffne eine neue Rubrik: Immer, wenn ich etwas beobachte, das mich nachdenklich stimmt oder das mich zum Lachen bringt, dann will ich es festhalten. So etwas Ähnliches habe ich
schon gemacht, in meinen älteren Blogeinträgen auf der Seite der DreiAutorinnen. Heute hat mich eine Beobachtung bewogen, das mal wieder aufzunehmen.
Ich war auf einer Beerdigung. Das ist ja durchaus etwas Alltägliches, wenn auch nicht unbedingt für jeden von uns, es sei denn, wir arbeiteten in der Branche der Bestatter, der Menschen, die einen Friedhof in Ordnung halten, der
Standesbeamten oder der Geistlichen. Für alle anderen sind Beerdigungen eher nicht alltäglich. In ihrer Häufigkeit ganz allgemein gesehen, sind sie es aber doch.
Meistens hat man einen Bezug zu dem Verstorbenen, sonst würde man ihm ja nicht das sogenannte letzte Geleit geben.
Ich war schon oft auf Beerdigungen, und jedes Mal wieder stört mich dabei eine Sache: Wenn es von der Kirche zum Friedhof oder von der Halle zum Grab geht, dann ... tja: Die Leute fangen an zu
reden. Je weiter weg vom Sarg und den direkten Angehörigen, desto lauter. In den letzten Reihen kennt man keine Scheu mehr, es wird in Kneipenlautstärke palavert. Wie soll man das nennen:
pietätlos? Oder doch eher respektlos? Respektlos der Person gegenüber, die zu Grabe getragen wird. Nein, kann man mir da entgegenhalten, der Person ist das völlig gleich, ob die Leute bei ihrer
Beerdigung laut über Belangloses tratschen oder nicht. Gut, sage ich, da kann ich mitgehen. Aber was ist mit den trauernden Angehörigen? Ist es richtig, sie auf diesem Weg zu beschallen, als
befände man sich auf dem Markt und gebe sich genüsslich dem neuesten Klatsch über ... wen? Die Verstorbene? hin?
Ich finde: Nein. Wohl bemerkt, ich finde nicht, dass man auf einer Trauerfeier Trauer zur Schau tragen sollte, wenn man sie nicht verspürt, und ich glaube, dass die meisten Menschen es witziger
fänden, wenn man auf ihrer Beerdigung fröhlich ist. Aber na ja - die Gespräche, deren man da Zeuge wird, haben nicht unbedingt etwas mit Fröhlichkeit zu tun. Es sind einfach Belanglosigkeiten
oder Gehässigkeiten, die da ausgetauscht werden. Arm.
Ich freue mich, dass die Verstorbene, die ich heute auf ihrem letzten Weg begleitet habe, mir im Sommer, wenn sie auf ihrer Bank saß, immer ein Lächeln und ein paar freundliche Worte geschenkt
hat. Ich habe es gemocht, sie in der Sonne sitzen zu sehen. Sie wird mir diesen Sommer fehlen.
25. Januar 2011
Ich stelle gerade fest, dass ich schon länger nicht mehr hierhergeschaut und etwas notiert habe. Das hole ich hiermit nach.
Vielleicht ein paar Details aus meiner Schreibwerkstatt? Vor zwei Wochen begann ich, einen neuen Roman zu planen. Richtig, zu planen. Inzwischen habe ich mir tatsächlich angewöhnt, vor dem
Schreiben zu plotten. Aber vor dem Plotten kommt bei mir noch etwas anderes - meistens: der Entwurf der Charaktere. Ich wusste, ich möchte eine Geschichte über eine ungewöhnliche Person erzählen.
Na prima, das ist ja mal eine erschöpfende Idee, oder? Eine ungewöhnliche Person also ... Hmm, inwiefern denn ungewöhnlich? Und was soll mit dieser Person denn geschehen? Ich erzähle an dieser
Stelle keine inhaltlichen Details, auch keine Einzelheiten über meine Protagonisten, die ich inzwischen kenne wie Familienmitglieder. Aber über meinen Weg zu ihnen - oder ihren Weg zu mir erzähle
ich gerne ein wenig. Vielleicht kann ich damit sogar jemand anderem, der gerne schreibt, noch einen Tipp geben, wie man es machen könnte.
An anderer Stelle hatte ich schon mal erzählt, dass ich mich gerne in meine Protagonisten hineinversetze, um einen Tagebucheintrag in ihrem Namen zu verfassen. Damit finde ich in der Regel sehr
schnell die Erzählstimme und weiß auch plötzlich, wie meine Geschichte verlaufen könnte, zumindest ungefähr.
Bevor man jedoch jemandes Tagebuch schreiben kann, muss man doch einige Einzelheiten über die Person schon wissen. Wie sich ihr nähern? Ich halte es da gerne mit Frey ("Wie man einen verdammt
guten Roman schreibt" und andere) und stelle mir als allererstes das Äußere der Person vor, die "physiologische Dimension". Männlein oder Weiblein, wie alt, wie sieht er/sie aus,
was trägt er/sie, hat er/sie spezielle körperliche Eigenheiten usw. Meine Protagonistin ist weiblich, ihr Aussehen ist mir ebenso klar wie ihr Alter (wobei es diesmal auf ein, zwei Jahre nicht
ankommt), und auch ein körperliches Merkmal brennt sich mit ihrer Gesamterscheinung schon in meinem Kopf ein. Wunderbar! Ihr Aussehen nämlich lässt schon viele Rückschlüsse auf die nächsten
beiden Dimensionen zu.
Da hätten wir als Punkt 2 die "soziologische Dimension": Wo kommst du her, wo gehst du hin? Salopp ausgedrückt ;D. Aus welchem Elternhaus stammt die Prota, wie ist ihr Verhältnis
zu den Eltern, hat sie Geschwister, wie versteht sie sich mit denen? Welcher Arbeit geht sie nach, welche Ausbildung hat sie genossen, wie kam sie im allgemeinen mit ihrer Umwelt zurecht? Punkt 1
und Punkt 2 hängen natürlich miteinander zusammen, denn eine schwere Krankheit von Geburt an wirkt sich beispielsweise ein Leben lang auf das Familienleben aus. Aber auch ein kleines körperliches
Detail kann das Familienleben, die Schulzeit, das Studium bzw. die Ausbildung prägen. Wenn dieser Einblick in das geheime Leben meiner Protagonistin sich aufgetan hat, dann ist sie und bin ich
reif für den dritten Punkt - nämlich die "psychologische Dimension". Alles ruhig und gleichmäßig verlaufen - oder haben sich da etwa Ticks, Marotten, Schrullen entwickelt? Wie
wirkt sich die Beziehung zu den Eltern auf die Beziehungen zu anderen Erwachsenen aus? Welcher Beruf passt wirklich? Hat die Prota verschiedene Jobs ausprobiert oder von Anfang an die
richtige Wahl getroffen? Und dergleichen mehr.
Wenn dies alles steht, dann ist normalerweise der Zeitpunkt für einen Tagebucheintrag gekommen. Manchmal aber auch nicht. Dann weiß ich aber schon, welche Geschichte ich über die Prota erzählen
will, dann hat sich im Idealfall auch der Antagonist bereits blicken lassen.
Dieses Mal war es so: Tagebucheintrag - nein, sie weigerte sich, die Dame. Sie ließ mich ihre Stimme nicht hören, zierte sich, war zu schüchtern. Also mal nach dem Antagonisten schielen: Prima,
der zeigt sich gerne und lässt mich schnell und zügig in sein Inneres blicken. Also halte ich erst mal für ihn die drei oben genannten Dimensionen fest. Dann kann es ja jetzt losgehen. Ich stelle
ihm, dem Antagonisten, folgende Frage : "Und, darf ich von dir einen Tagebucheintrag schreiben?" - "Bist du verrückt? Ich bin ein Mann! Wieso bildest du dir ein, du könntest in meinem Namen einen
Tagebucheintrag verfassen?" - "Na ja, du wärest nicht der erste Charakter, der das zulässt." - "Die anderen vielleicht, aber ich nicht. Vergiss das sofort wieder!"
Äääh ... und nun? Beide widersetzen sich einem von mir, ihrer Schöpferin, in ihrem Namen verfassten Tagebucheintrag? Gut, dann muss ich andere über sie erzählen lassen. Oder sie interviewen. Gut,
mache ich als nächstes.
Dann kam aber plötzlich der Plot dazwischen: Lag er fast eine Woche lang noch im Unklaren, so tauchte er plötzlich auf. Ich hatte ihn!!! Schrieb ihn sofort nieder, als Stufendiagramm (wieder
Frey, s.o.). Statt Stufendiagramm kann man auch ganz anders vorgehen, man kann z.B. die Scheeflockenmethode anwenden, die ist umfassender. Aber mir ist das Stufendiagramm lieber, weil es mir
hintenraus mehr Freiheit lässt. Ich möchte nicht schon vorher soo viel über den Ablauf der Geschichte wissen. Und mir scheint, dass ich schon sehr viel weiß. Jedenfalls steht am Ende einer Woche
der Plot. Überraschend, rund, schön!
Und dann ist da plötzlich eine dritte Stimme, die will unbedingt den Roman beginnen, und zwar ganz anders, als ich überhaupt je gedacht hätte. Putzig! Ich lasse die Stimme einfach, die gibt mir
auch den Stil vor, in dem sie sich äußern will. Und siehe da, kaum hat diese Stimme die ersten Seiten vorgegeben, schon ist mir auch klar, wie ich den Rest schreiben will. Ich habe die äußere
Form meines Romans entdeckt. Drei Perspektiven gibt es, und jede davon ist ganz anders als die anderen beiden. Prima! Ich bin wie elektrisiert und springe endgültig hinein in das Projekt. Es
läuft wie von alleine. Selbstzweifel und der Gedanke, ob ich da was Lesbares schaffe, eingeschlossen. Aber es läuft, und es hat das Potential, mich in Trance zu versetzen. Meinen Rücken spüre ich
nicht mehr, meine Finger sind durch ein unsichtbares Band an die Tastatur geknüpft - und meine Augen sehen immer zuerst meine Protagonisten, bevor sie erkennen, welches meiner realen Kinder mich
gerade angesprochen hat.
So geht es mir gerade, und jetzt verstehen Sie sicher auch, wieso ich länger nicht mehr in den Notizblog geschrieben habe.
Bald gibt es Informationen über meinen zweiten Kinderkrimi, versprochen. DAS ist aber wieder eine ganz andere Geschichte ...
09. Januar 2011
Zeit, die Homepage wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Den Adventskalender, den Reisebericht aus der Bretagne und
natürlich meinen Notizblog aus dem vergangenen Jahr habe ich ins Archiv verschoben - auf der Linkliste links ganz unten.
05. Januar 2011
Hier bin ich wieder, nach den Weihnachtsferien, einer Woche im Bayerischen Wald und dem Jahreswechsel. Ich hoffe, Sie und ihr
seid alle gut ins Neue Jahr gekommen. Ich bin seit ein paar Tagen wieder an der Arbeit. In den letzten Wochen des alten Jahres habe ich einen komplexen Fantasyroman ganz neu aufgebaut und ihm
eine neue Struktur verliehen. Seit ein paar Tagen überarbeite ich einen weiteren Fantasyroman. Danach möchte ich ein neues Projekt plotten.
Ich freue mich auf meine nächste Buchveröffentlichung und kann sicher in einigen Wochen etwas mehr darüber erzählen.